Labrador Wesen und Ansprüche

labrador-welpe-schwarzDer Labrador Retriever gehört zu den beliebesten Hunderassen in Deutschland. Das hat auch damit zu tun, dass dieser Hund als weitgehend anspruchslos gilt und daher ideal als Familienhund für Familien mit Kindern gilt.

Aber ganz so ist es nicht. Ihr Lab(b)i (so wird der Labrador Retriever von vielen seiner zweibeinigen Fans auch genannt) hat wie alle Lebewesen sehr wohl Ansprüche, die es möglichst gut zu befriedigen gilt, wenn sie eine harmonische Zeit mit ihrem Tier verbringen möchten.

Arbeit und Bewegung – körperliche und geistige Förderung

Der Labrador war schon immer ein Jagdhund. Entsprechend hat er ein großes Bedürfnis nach Bewegung. Ihr Hund liebt die Arbeit und Bewegung.

Als hoch spezialisierter Jagdhund für das Apportieren von geschossenen Wild gezüchtet, hat dieses Tier einen hohen Arbeitswillen und eine sehr große Ausdauer.

Wenn der Zweibeiner ausreichend gefördert und rassegerecht gefordert wird, wird diese stark menschenbezogene Hund alles daran setzen, ihnen beim gemeinsamen Arbeiten zu gefallen.

Man merkt ihm dann regelrecht sein buhlen um Anerkennung an. Es gibt wenige Labrador Retriever, die schon mit einem Sparziergang und täglichen Streicheleinheiten zufrieden sind. Die meisten haben aber großen Tatendrang und stecken voller Energie. Sie brauchen neben genügend Bewegung auch Aufgaben für den Kopf. Qualiltät geht hier vor Quantität. Eine Daueranimation brauchen aber auch diese Hunde nicht.

Gelangweilte Labradore suchen sich ein Ventil, wenn sie chronisch unterfordert sind. Dann kann schon mal sein, dass er alles zerreisst, was ihm zwischen die Eckzähne kommt. Ob das Dokumente von Ihrer Arbeit sind, Kleidungsstücke, Sofakissen oder die Bezüge in Ihrem Auto. Ob er den Garten umgräbt oder den Komposthaufen plündert. Oder Nachbars Katze dran glauben muss.

Andere Hunde ziehen sich zurück, liegen still und regungslos auf der Decke und leiden leise vor sich hin. Falls das auf dem ersten Blick „praktisch“ erscheint, da man dann mehr Zeit für den Haushalt hat, denken Sie daran: „Ihr Labrador geht vor die Hunde„, es geht im dabei nicht gut.

Ein Labi braucht mehr als andere Hunderrassen eine artgerechte Haltung und eine köperliche und geistige Förderung. Von Ihnen als Hundehalter ist also Beharrlichkeit, Konsequenz sowie Geduld gefragt. Können Sie schon vor dem Kauf des Welpen erahnen, dass Sie das nicht leisten können, ist ein Retriever vielleicht nicht der passende Hund für Sie.

Wenn Sie diese Ansprüche ihres Labrador aber erfüllen können, dann haben Sie auf Jahre einen liebenswerten und treuen Begleiter an ihrer Seite, der mit ihnen durch dick und dünn geht.

Wassersport –  Ein Labrador liebt Wasser und Schwimmen

labrador-im-wasserDiese Hunderasse stammt von den rauen Küsten Neufundlands, einer wasserreichen Gegend. Und als Jagdhund fühlt er sich auch im Wasser Labradorwohl. Von Natur aus haben die Labis zudem ein stark isolierendes, „doppeltes“ Fell mitbekommen. Von ihren Vorfahren haben sie die Wasserfreudigkeit mitbekommen und auch die heutigen Nachfahren sind Wasserfanatiker und exzellente Schwimmer.

Ihr mit dicker Unterwolle ausgestattetes Fell, das wasserabweisen Haarkleid und ihr kraftvoller Körperbau bieten auch ideale Voraussetzungen, um auch längere Zeit in kalten und schnell fließenden Gewässern auszuhalten.

Familienhund mit Kinderliebe

Wenn ein Labrador Welpe von Beginn an positive Erfahrungen im Umgang mit Kindern sammelt, ist er auch in seinem restlichen Leben äußerst geduldig und verlässlicher Wegbegleiter.

Aufgrund seines temperamentvollen Wesens und seinem starken Körperbau und damit den unterschiedlichen Kräfteverhältnissen sollten Sie es aus Sicherheitsgründen trotzdem vermeiden, ein Kleinkind mit einem Labrador alleine und ohne Aufsicht zu lassen.

Wie viele Jagdhunde hat auch ihr Labi später evtl. immer etwas im Fang, was er mit sich herumschleppt.

Dass müssen nicht immer appetitliche Dinge sein und vielleicht wollen Sie nicht, dass ihr Kind das in die Hand oder zu sehen bekommt, was der Hund gerade apportiert.

Tipps für den Umgang zwischen Hund und Kind

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  • Ihr Labi ist trotz seines liebevollen Wesens und seiner Kinderliebe ein temperamentvolles Kraftpaket und kein Spielzeug! Lassen Sie ihr Kind oder fremde Kinder weder alleine zuhause oder im Garten, noch alleine mit dem Hund spazieren gehen.

 

  • Achten Sie auch darauf, dass Kinder den Hund beim Spielen nicht ärgern oder ihm (bewusst oder unbewusst) Schmerzen zufügen. Vor allem Kleinkinder sind ja manchmal experimentierfreudig.
  • Gönnen Sie dem Hund auch seine Ruhepausen, wenn er sich zurückzieht. Der Labi hat zwar ein gutes Nervenkostüm, aber auch seine Tolerenz hat Grenzen. Bringen Sie den Kindern bei, dass auch der Labi seine Pausen benötigt.
  • Gerade Welpen haben kleine, spitze Zähnchen. Beim wilden Herumtollen zwischen Hund und Kind können sich die beiden schnell gegenseitig „hochschaukeln“. Dann ist die Spielfreude rasch dahin. Achten Sie also beim Spielen auf einen maßvollen Umgang zwischen den beiden.

Die oft gepriesene Kinderfreundlichkeit ist keine angeborene Eigenschaft dieser Rasse, sondern auf ein gutes Nervenkostüm und eine hohe Reizschwelle zurückzuführen. Es hängt also auch von den Erfahrungen des Hundes ab, was er früh gelernt hat, wird er sein Leben lang nicht vergessen. Fragen Sie bei Ihrem Züchter nach, ob die Welpen Kinder kennengelernt haben.