Tipps für Erste-Hilfe beim Hund

erste-hilfe-beim-hundIrgendwann kommt sicher der Zeitpunkt, an dem sich ihr Labrador verletzt. Genau wie beim Menschen, gibt es auch bei Hunden Erste-Hilfe Maßnahmen. Machen Sie sich daher schon im Welpenalter mit den Grundlagen der Erste-Hilfe Maßnahmen vertraut. Die wichtigste Regel lautet: BEWAHREN SIE RUHE!

Diese Vitalwerte sind beim Hund normal:

  • Körpertemperatur 37,5° C (rektal)
  • Atemfrequenz 20 Züge pro Minute
  • Herzfrequenz 75 Schläge pro Minute. Messen Sie die Schläge am besten auf der Innenseite der Oberschenkel

Erste-Hilfe beim Hund in diesen Fällen

Leinen Sie wenn möglich den Labbi zunächst an, wenn er sich verletzt hat. So verhindern Sie unkontrollierte Bewegungen.

Starke Blutungen können Sie mit dem Finger abdrücken oder einen Druckverband anlegen, wie Sie es auch beim Erste-Hilfe Kurs für den Führerschein gelernt haben.

Wenn der Labrador in einem Verkehrsunfall verwickelt ist, einen Gegenstand verschluckt hat oder Sie eine Vergiftung vermuten, suchen Sie SOFORT einen Tierarzt auf.

  • Nach Schnittverletzungen oder Beißereien mit anderen Hunden oder anderen harmlos erscheinenden Verletzungen beoachten Sie den Labrador genau. Bisswunden im Bauch- oder Brustbereich können auch eine Verletzung des Bauchfells bedeuten. Dann besteht akute Lebensgefahr.
  • Halten Sie während des Transportes die Atemwege des Hundes frei. Was beim Menschen die stabile Seitenlage ist, erreichen Sie beim Hund, in dem Sie die Zunge zwiscen Eck- und Backenzähne legen.
  • Bei einem Hitzeschlag oder Kreislaufversagen bringen Sie dem Labrador sofort Kühlung, beginnen Sie damit, seine Beine mit kalten Wasser zu kühlen. Wenn sich der Herzschlag, Atmung und die Körpertemperatur (bei einem Labrador sind 37,5 bis 38° C normal. Bei Welpen bis zu 38,5° C ) normalisiert haben, gehen Sie sofort zum Tierarzt. Bei einem Hitzschlag besteht als Folge die Gefahr von Nierenversagen.
  • Unterkühlung beginnt beim Hund, wenn die Körpertemperatur unter 36° C fällt. Klassische Symptome sind starkes Zittern und eine flache Atmung bis hin zur Bewusstlosigkeit. Wenn ihr Labrador zum Beispiel im Winter ins Eis eingebrochen ist, liegt eine Unterkühlung natürlich auch Nahe. Sie müssen den Hund dann aufwärmen. Das geht gut mit warmen Bädern, gründliches Abrubbeln wenn Sie draußen Unterwegs sind oder Bestrahlung mit einer Wärmelampe. Wenn Sie unsicher sind, ob die Unterkühlung abgeklungen ist, gehen Sie sicherheitshalber zum Tierarzt.
  • Bei einem Atemstillstand führen Sie eine Mund-zu-Nase-Beatmung durch. Schließen Sie sein Maul und pusten Sie sanft Luft in seine Nasenlöcher. Wiederholen Sie das Einblasen alle drei Sekunden.

Erste-Hilfe Set für den Hund

Im Idealfall halten Sie im Auto immer ein Erste-Hilfe Set für den Hund bereit. Es ähnelt vom Inhalt her stark dem Verbandskasten der Menschen. Folgende Produkte sollten enthalten sein.

  • Verbandsschere
  • Zeckenzange
  • Klebeband aus Textil
  • Kalziumpräparat zum Eingeben nach Insektenstichen
  • Gaze zum Abbecken offener Wunden, sterile Mullkompressen
  • Verbandswatte zum Abdecken des Gaze-Verbandes, oder Polstern von Verletzungen
  • Mullbinde zum fixieren von Verbänden
  • große Kunststoffspritze zum Einträufeln von Flüssigkeiten ins Maul
  • Wasserabwesende Verbände, z.B. für die Pfoten
  • Pinzette zum Entfernen von Splittern, Stacheln oder anderen Fremdkörpern

Tipps, um Unfälle von vornherein zu vermeiden

Die beste Erste-Hilfe Maßnahme ist natürlich die Vermeidung von Unfällen und Verletzungen.

Einige typische Verletzungen beim Labrador lassen sich durch die Berücksichtigung der folgenden Maßnahmen minimieren oder ganz vermeiden.

Wenn Sie diese Maßnahmen berücksichtigen, sollten Sie für den Ernstfall einer Verletzung des Hundes gut gerüstet sein.

  • Lassen Sie den Labrador nicht mit dem Halsband schwimmen oder spielen.
  • Vermeiden Sie den Sprung in unbekannte Gewässer.
  • Verwenden Sie keine Holzstöckchen zum Apportieren.
  • Lassen Sie den Labbi bei Hitze nicht alleine im Auto, zum Beispiel beim einkaufen.
  • Verwenden Sie bei Autofahrten eine Hundetransportbox im Kombi. Bei starken Bremsen oder einem Aufprall wird ihr nicht angeschnallter Hund zum Geschoss und auch zu einer Gefahr für Sie.
  • Leinen Sie den Hund auf belebten Straßen und Wegen an.
  • Füttern Sie NICHT direkt vor dem Gassigehen oder vor dem herumtollen.
  • Vermeiden Sie hastiges Fressen oder viel trinken nach der Nahrungsaufnahme.