Läufigkeit der Hündin

Zweimal pro Jahr, in der Regel im Frühjahr und im Herbst, wird die unkastrierte Labrador Hündin läufig.

Verlauf der Läufigkeit

Den Sexualzyklus einer Hündin gliedert man vier Phasen. Das sind die Vorbrunst (Proöstrus), die Brunst (Östrus), die Rückbildungsphase (Metöstrus) und die Ruhephase (Anöstrus). Die rythmische Änderung des Hormonspiegels im Blut der Hündin regelt den Ablauf dieser Phasen. Die Steuerung übernehmen die Eierstöcke und spezielle Gehirnzentren. Während der mehrmonatigen Ruhephase (Anöstrus) bleibt der Hormonspiegtel der Labrador Hündin relativ konstant.

Folgende Tabelle zeigt noch einmal die Phasen der Läufigkeit der Hündin.

PhaseVeränderung der GeschlechtsorganeVerhaltensänderung
Proöstrus (1. - 10. Tag)Die Scheide der Hündin schwillt an und ab dem 5. Tag setzt ein Ausfluss ein. Der Ausfluss wird ab dem 7. Tag stärker und dunkelrot und ab dem 11. Tag schwächer und hellrot.Die Labrador Hündin setzt nun verstärkt Urin ab und setzt somit Duftmarken. Rüden lehnt sie aber ab.
Östrus (11. - 16. Tag)Die nun stark geschwollene Scheide wird weicher, der Ausfluss ist nun schwach, rosa und schleimig.Die Hündin akzeptiert nun Rüden und legt ihre Rute bereitwillig zur Seite.
Metöstrus (17. - 22. Tag)Die Scheide schwillt immer mehr ab, der Ausfluss klingt vollständig ab.In dieser Phase lehnt die Hündin Rüden wieder ab.

Fortpflanzungsfähigkeit bis ins hohe Alter

Hündinnen sind bis ins hohe Alter fortpflanzungsfähig. Normalerweise treten aber ab dem 7. Lebensjahr Unregelmäßigkeiten im Sexualzyklus auf.

Die Läufigkeit der Hündin kann sowohl verlängert als auch verkürzt sein. Statt zwei Zyklen pro Jahr können auch drei oder auch nur einer auftreten.

Die Anzeichen für eine Läufigkeit der Hündin sind im Alter weniger deutlich ausgeprüft als bei jungen Hündinnen.

Stellen Sie solche Abweichungen fest, ist das erstmal kein Grund zur Sorge. Selten tritt eine Gebärmuttervereiterung auf, die sie an eitrigen Ausfluss aus der Scheide erkennen können. Dieses tritt dann meistens drei bis acht Wochen nach der Läufigkeit auf. Gehen Sie dann mit der Hündin direkt zum Tierarzt.

Läufigkeit der Hündin

Läufigkeit der Hündin – Scheinträchtigkeit

Einige Hündinnen verhalten sich einige Wochen nach der Läufigkeit, als ob sie wirklich befruchtet worden wären. Dazu gehört, dass die Zitzen anschwillen, es kann sogar Milch einschießen.

Auch der Körperumfang nimmt bei mancher Hündin zu. Ebenfalls ist ab und zu ein Nestbauverhalten zu beobachten und die eigenen Spielzeuge werden umsorgt.

Diese Symptome sind als Scheinträchtigkeit bekannt.

Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um hormonell gesteuerte Symptome. Prinzipiell wird jede Hündin nach einer Läufigkeit Scheinträchtig. Die Ursache hierfür ist das schwangerschaftserhaltende Hormon Progesteron. Es wird auch bei nicht befruchteten Hündinnen für eine gewisse Zeit gebildet.

Wenn es sich um reine Verhaltensänderungen während der Läufigkeit der Hündin handelt, muss die Scheinträchtigkeit nicht behandelt werden. Wenn die Zitzen aber so stark angeschwollen sind, dass die Labrador Hündin Schmerzen zeigt, sollten Sie zum Tierarzt gehen. Er verschreibt Ihnen abschwillende Salben. Die Milchbildung kann durch Hormonpräparate unterdrückt werden.

Weiterführende Infos auch hier: http://www.drc.de/content/sexualitaet-der-huendin