Gehorsamsübungen für Hunde

Zu einer richtigen Hundeerziehung gehören vor allem auch Gehorsamsübungen für Hunde. Die bekanntesten Kommandos und Befehle haben wir hier anschaulich erklärt.

Die wichtigsten Befehle für den Welpen

Eine konsequente Hundeerziehung erfordert auch das Erlernen von verschiedenen Befehlen. Hier listen wir die wichtigsten Themen auf und zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Hund dazu bringen, diese Befehle auch umzusetzen.

Sitz

Ein Labrador Welpe macht SitzDer bekannteste Befehl an einen Hund. Halten Sie in der geschlossenen Hand ein Leckerli über den Kopf des Welpen und warten Sie, bis er sich gesetzt hat. Erst jetzt sagen Sie „Sitz“ und geben ihm die Belohnung.

Lassen Sie sich nicht ablenken, bis der Hund sich gesetzt hat. Dann sagen Sie noch „Lauf“ oder „Fertig“ oder welches Wort auch immer Sie für den Abschluss einer Übung definieren.

Hat ihr Labi das gelernt und setzt sich bei „Sitz“ hin, warten Sie immer länger, damit er lernt, auch längere Zeit ruhig zu warten. Es gibt dann auch nur noch ab und zu eine Belohnung.

Hat der Welpe das ruhige Sitzen neben ihnen gelernt und hat das Hier in Verbindung mit dem Futter eine Woche lang befolgt, lassen Sie ihn auch vor dem vollen Futternapf sitzen.

Erst auf Ihr Kommando („Lauf“ oder „Fertig“) darf er dann ans Futter. Für das spätere Apportiertraining kombinieren Sie das gesprochene „Sitz“ mit einem langen Pfiff mit der Hundepfeife. Nach weiteren Übungen und etwas Training sitzt der Labrador sowohl beim Pfiff als auch auf Ihr Kommando Sitz. Belohnen Sie ihn nur noch Gelegentlich mit einem Happen.

Platz

Wenn der Hund das Sitz beherrscht, kommt als nächstes der Platz Befehl. Dabei liegt der Hund auf dem Bauch.

Wenn der Labrador Welpe sitzt, halten Sie ihm ein Leckerli direkt vor die Nase und führen die Hand soweit runter, bis auch der Hund sich hingelegt hat. Er wird Ihrer Handbewegung Richtung Boden folgen.

Erst wenn er auf dem Boden liegt, sagen Sie Platz und geben ihm das Leckerli. Lassen Sie ihn dann liegen und beenden Sie die Übung.

Wie Beim Sitz denen Sie die Zeit immer weiter aus, in denen der Hund ruhig auf dem Boden liegt. Wenn ihr Labrador trotz Training immer zu früh aufsteht, kann eine negative Verstärkung notwendig sein. Stellen Sie einen Fuß auf die Leine, die locker ist, solange er liegt, die aber unangenehm wird, wenn der Welpe hoch kommt.

Er soll die Wahl haben, bequem zu liegen oder unbequem zu sitzen. Wie das ausgeht, können Sie sich denken. Sie sind der Boss! Ziehen Sie das durch. Diese Übung ist besonders für eigenwillige und sture Labradore geeignet.

Bei Fuß

Labrador GehorsamsübungenBei der Übung „Bei Fuß“ läuft der Hund immer direkt neben Ihnen. Falls Sie später mal an Hundeprüfungen teilnehmen möchten, wählen Sie für Ihre Übungen am besten von Anfang an Ihre linke Seite. Nehmen Sie auf Höhe Ihre Beines ein Leckerli in die linke Hand, die lockere Leine in die Rechte.

Sobald ihr Labi an dem Happen leckt, gehen Sie los. Sagen Sie während des Gehens an und zu „Bei Fuß“. Nach einigen Metern stoppen Sie und geben ihrem Welpen die Belohnung.

Am besten, wenn er sitzt. Sie können das mit dem Sitz-Befehl kombinieren. Wiederholen Sie die Übung regelmäßig und verlängern Sie die Strecke, die der Hund neben ihnen läuft, während Sie das Leckerli in der Hand halten. Geben Sie Ihrem Labrador nur noch eine Belohnung, wenn er anhaltend aufmerksam zu Ihnen schaut.

Bleib

Ihr Labrador muss lernen, auch alleine an einer bestimmten Stelle zu bleiben. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie im Sommer draußen in einem Restaurant oder Cafe sitzen. Wenn er das ruhige Sitzen und Platz an Ihrer Seite beherrscht, ist der Labi soweit. Lassen Sie ihn im Platz liegen. Dann sagen Sie „Bleib“ und stellen Sie sich direkt vor ihm.

Lassen Sie den Hund angeleint, damit sie ihn gleich wieder unter Kontrolle bringen können. Die Leine bleibt dabei stets locker. Nach ein paar Sekunden kehren Sie an seine Seite zurück. Denen Sie die Zeit nach und nach bis auf eine Minute aus.

Bleibt der Labrador entspannt, dann verlängern Sie auch nach und nach die Distanz. Dann abwechselnd immer Zeit und Distanz ausdehnen. Wenn Sie sich mehrere Meter entfernen können, laufen Sie parallel zum Hund auf und ab.

Schau

Mit diesem Befehl soll der Labrador lernen, mit Ihnen Sichtkontakt aufzunehmen. Halten Sie wie bei den anderen Übungen auch, unauffällig ein Leckerli in der Hand. Schaut ihr Labrador weg, machen Sie ein interessantes Geräusch, zum Beispiel schnalzen mit der Zunge.

Wenn der Hund dann zu Ihnen blickt, sagen Sie „Schau“ und geben ihm die Belohnung. Aber nur, wenn er noch Blickkontakt hält, nicht danach. Diese Lektion ist wichtig, damit sie ihn damit von Joggern, Katzen oder anderen Dingen ablenken können.

Und wenn er einen anderen Hund sieht, kommt das freilaufen erst, wenn er nach dem Ableinen noch Blickkontakt zu ihnen hält.

Ruhe lernen

Ihr Labrador muss auch lernen, dass es Ruhephasen gibt. Der Welpe muss lernen, dass er nicht immer im Mittelpunkt steht, beispielsweise wenn sich Besuch bei Ihnen angekündigt hat.

Binden Sie ihn an ein Tischbein fest, wenn Sie im Cafe sitzen und beachten Sie ihn nicht mehr. Das gilt für alle Personen.

Geben Sie dem Welpen auch keine Befehle. Sie müssten darauf achten, dass er es auch befolgt. Das wäre zu viel verlangt von einem jungen Hund.

Der Welpe wird sich schnell der Situation anpassen und sich hinlegen. Vielleicht nehmen Sie für unterwegs eine Hundedecke mit. Für zuhause eignet sich gut eine Hundebox, wenn der Welpe lernt, dass das sein Ruhebereich ist. Sie sollte nicht zu klein sein. Der Labrador muss sich darin ausstrecken und aufrecht sitzen können.

Wenn der Hund mal total überdreht, oder Sie sich gerade nicht mit ihm beschäftigen können, dann ist die Hundebox der passende Ort für den Labi. Legen Sie ihm noch seine Hundedecke, sein Hundespielzeug oder seine Knabbereien in die Box. Wenn er müde ist, können Sie ihn gut mit der Kaustange in die Hundebox locken. Sie können die Tür zu der Box schließen.

Wie immer am Anfang kurz, dann immer länger.  Falls er mal jammert, ignorieren Sie das unbedingt. Sonst lernt er, dass er nur laut genug jammern muss und dann jemand kommt. Warten Sie dann, bis er wenigstens ein paar Momente ruhig ist. Die meisten Labradore mögen eine Hundebox und akzeptieren sie als Ihre Höhle. Eine Auswahl an Hundeboxen finden Sie hier.

Alleine bleiben

Wenn der Hund mal alleine bleiben muss, gehen Sie vorher mit ihm Gassi und schauen Sie, dass er sich vorher noch ausgetobt hat. Ist er an eine Hundebox gewöhnt, beginnen Sie damit, dass sie in ein anderes Zimmer gehen. Sagen Sie beim Verlassen des Zimmers beispielsweise „Warten“, aber machen sie keine Verabschiedung.

Kehren Sie nach einigen Minuten zurück, auch wieder ohne Begrüßung. Kehren Sie auch nie zum Labrador Welpen zurück, während er protestiert, sondern erst, wenn er wieder ruhig ist. Üben Sie das zum Beispiel, während Sie ins Badezimmer gehen. Der Welpe bleibt draußen.

Wenn er damit klar kommt, dass sie kurze Zeit in einem anderem Zimmer sind, dann verlassen Sie im nächsten Schritt ihre Wohnung oder ihr Haus. Drehen Sie wie bei den vorherigen Übungen nach und nach die Zeitspanne nach oben. Wenn sich der Labrador daran gewöhnt hat, kann er nach einem halben Jahr durchaus 3-4 Stunden alleine bleiben.